

J.S. Bach:
Oster-Oratorium
Die Osterkantate (BWV 249, D-Dur) wurde von Johann Sebastian Bach zum 1. April
1725 konzipiert. Sie besteht aus 10 Nummern:
(festliche) Sinfonie (mit 3 Trompeten und Pauken) mit Adagio
(instrumental
Vierstimmiger Chorsatz "Kommt, eilet und laufet"
(dies ist auch der Untertitel der als
"Osteroratorium" 1731 bearbeiteten Neufassung der ursprünglichen Kantate)
Rezitativ
Sopranarie "Seele, deine Spezereien"
Rezitativ
Tenorarie "Sanft soll mein Todeskummer"
Rezitativ
Alt-Arie "Saget, saget mir geschwinde"
Rezitativ
Chor "Preis und Dank".
Dieses Osteroratorium hat vermutlich Picander als Textdichter, der diesem
Oratorium eine Handlung zugrunde legt: Petrus (Tenor) und Johannes (Bass) eilen
zum Grabe und finden dieses leer, da Jesus auferstanden ist. Bach hat im
Parodieverfahren für das Oratorium auf eine für den Weißenfelser Hof (Geburtstag
des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels) geschriebene Schäferkantate
"Entfliehet, verschwindet, entweichet ihr Sorgen" (BWV 249a) zurückgegriffen,
lediglich die Rezitative hat er neu komponiert.
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Osteroratorium_(Bach)
Motette: "Jesu, meine Freude"
Jesu, meine Freude,
Meines Herzens Weide,
Jesu, meine Zier,
Ach, wie lang, ach lange
Ist dem Herzen bange
Und verlangt nach dir!
Gotteslamm, mein Bräutigam,
Außer dir soll mir auf Erden
Nichts sonst Liebers werden!
2. Unter deinem Schirmen
Bin ich vor den Stürmen
Aller Feinde frei.
Laß den Satan wittern,
Laß die Welt erschüttern,
Mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt,
Obgleich Sünd' und Hölle schrecken,
Jesus will mich decken.
3.Trotz dem alten Drachen,
Trotz dem Todesrachen,
Trotz der Furcht dazu!
Tobe, Welt, und springe,
Ich steh' hier und singe
In gar sichrer Ruh';
Gottes Macht hält mich in acht;
Erd' und Abgrund muß verstummen,
Ob sie noch so brummen.
4. Weg mit allen Schätzen,
Du bist mein Ergötzen,
Jesu, meine Lust!
Weg, ihr eitlen Ehren,
Ich mag euch nicht hören,
Bleibt mir unbewußt!
Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod
Soll mich, ob ich viel muß leiden,
Nicht von Jesu scheiden.
5. Gute Nacht, o Wesen,
Das die Welt erlesen,
Mir gefällst du nicht!
Gute Nacht, ihr Sünden,
Bleibet weit dahinten,
Kommt nicht mehr ans Licht!
Gute Nacht, du Stolz und Pracht,
Dir sei ganz, du Lasterleben,
Gute Nacht gegeben!
6. Weicht, ihr Trauergeister,
Denn mein Freudenmeister,
Jesus, tritt herein!
Denen, die Gott lieben,
Muß auch ihr Betrüben
Lauter Zucker sein.
Duld' ich schon hier Spott und Hohn,
Dennoch bleibst du auch im Leide,
Jesu, meine Freude.
Motette
Der Ausdruck Motette (lat. motetu ital. motetto. französ. u. engl. motet)
bezeichnet in der Kirchenmusik einen mehrstimmigen Gesang ohne
Instrumentalbegleitung. Die Motettentexte sind zumeist biblisch und oft in
lateinischer Sprache.
Die Motette bildete sich im späten Mittelalter heraus ("motectus") und blieb bis
heute als Form in Gebrauch, wobei Stil und innere Haltung sich
selbstverständlich je nach Zeitalter wandelten.
Mit dem Aufkommen des Generalbasses um 1600 wurde der Begriff Motette auch auf
begleitete Gesangsmusik ausgedehnt, sogar Werke für eine einzige instrumental
begleitete Stimme (Voce sola) wurden so bezeichnet; dennoch blieb der A
Cappella-Stil die Regel.
Formal sind Motetten ein- oder mehrteilig. In letzterem Fall können einzelne
Teile auch kleiner besetzt sein. Jeder Teil kann aus verschiedenen direkt
aneinander anschließenden Abschnitten verschiedenen Charakters bestehen, hat
aber im allgemeinen eine durchkomponierte Anlage.
Die übliche Stimmenzahl lag stets bei 4 bis 8 Stimmen, doch wurden zu allen
Zeiten auch erheblich komplexere Partituren erschaffen – bis hin zu Extremfällen
wie dem berühmten "Spem in alium" für 40 Stimmen von Thomas Tallis.
Die bedeutendsten Meister im älteren Motettenstil waren Palestrina und Orlando
di Lasso. Die Motetten von Johann Sebastian Bach haben 5 bis 8 Stimmen; er
verflocht auch den Choral in die Motette. Spätere bedeutende Motettenkomponisten
waren Felix Mendelssohn-Bartholdy und Max Reger.