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© Musikfreunde Isartal e.V. 2007

 

Biografie: Johannes Brahms

Johannes Brahms wird am 7. Mai 1833 als zweites von drei Kindern in Hamburg geboren. Sein Großvater war Gastwirt in der kleinen Stadt Heide in Holstein. Der Vater gab die traditionellen Berufe der Familie auf, um Berufsmusiker zu werden, konnte aber nur einen bescheidenen Lebensstandard erreichen.
So verbrachte Brahms seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen. Mit sieben Jahren erhält er zum ersten mal Klavierunterricht und tritt bereits 1843 erstmals als Pianist auf, um die Familie finanziell zu unterstützen. Er wird als "Wunderkind" gefeiert und zu einer Amerika-Tour aufgefordert, die sein Klavierlehrer jedoch verhindert.

Als 20-Jähriger verlässt Brahms Hamburg und unternimmt mit dem jungen ungarischen Violinisten Reményi Konzertreisen. In Hannover lernt er den Geiger Joseph Joachim kennen, in Weimar Franz Liszt und in Düsseldorf Robert und Clara Schumann. Aus der Begegnung entwickelte sich eine innige Freundschaft zu dem Ehepaar.
Doch diese Begegnung ist auch entscheidend für seine künstlerische Laufbahn: Schumann veröffentlicht in der Neuen Zeitschrift für Musik einen begeisterten Artikel über Brahms und hilft ihm, einen Verlag für seine Werke zu gewinnen.

Als Schumann 1854 nach einem Selbstmordversuch in eine Nervenheilanstalt kommt, zieht Brahms nach Düsseldorf, um Clara Schumann beizustehen. Seine Verehrung für sie entwickelte sich zu einer leidenschaftlichen Liebe. Mehr als zwei Jahre bleibt Brahms bei ihr. Während dieser Zeit entstehen unter anderem das 1. Klaviertrio in h-Dur, die Variationen für Klavier fis-Moll op. 9 (über ein Thema von Robert Schumann) und die Balladen op. 10.
1857 verlässt Johannes Brahms Düsseldorf. Die vier Jahre in der Stadt am Rhein waren eine künstlerisch und persönlich wichtige Zeit. Clara Schumann bleibt ein Leben lang die wichtigste Frau für ihn. Sie leben zwar nicht mehr zusammen, bleiben aber bis zum Tode in Verbindung. Brahms unterstützt Clara Schumann auch finanziell.

Brahms begibt sich an den Fürstenhof zu Detmold und macht dort seine ersten Erfahrungen als Chordirigent. 1858 wird er dort Hofmusikdirektor. Im gleichen Jahr lernt er in Göttingen Agathe von Siebold kennen. Er verlobt sich mit ihr, hält das Eheversprechen jedoch nicht ein.

Die unsichere Existenz eines freischaffenden Künstlers befriedigt Brahms nicht, er strebt eine fixe Anstellung als Dirigent der Hamburger Philharmonie an. Um seine Chancen zu verbessern, will er sich auch außerhalb seiner Heimat einen Namen machen und reist im September 1862 erstmals nach Wien, in die musikalisch wichtigste Metropole des damaligen Europa. Die Sängerin Bertha Porubszky, die Brahms bereits von Hamburg her kennt, führt ihn hier in die Künstlerkreise ein. Durch sie lernt er den Pianisten Julius Epstein (1832-1926) und das berühmte Hellmesberger-Quartett kennen; mit letzterem gibt er sein Wiener Debüt: Am 16. November 1862 spielte er in einem Konzert des Hellmesberger-Quartetts den Klavierpart seines Klavierquartetts in g-Moll, op. 25. Das Wiener Publikum nimmt den jungen norddeutschen Pianisten mit Interesse und Wohlwollen auf.

Ab 1862 lebt Brahms in Wien, dann abwechselnd in Hamburg, der Schweiz und Baden-Baden, wobei er neben seiner Kompositionstätigkeit als Pianist offiziell auftritt. Da die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien bereit ist, alle von Brahms gestellten Bedingungen zu erfüllen und ihm das ansehnliche Jahresgehalt von 3000 Gulden zu gewähren, leitet er 1871-74 als Dirigent die Konzerte der Gesellschaft. Er bezieht eine Wohnung in der Karlsgasse.

Brahms ist seiner Anstellung jedoch bald müde und gibt die Leitung der Singakademie trotz seiner einstimmigen Wiederwahl im Juni 1864 ab.

Im Februar 1865 stirbt Brahms Mutter. Einige Wochen später schickte er an Clara Schumann ein "Chorstück ... aus einer Art deutschem Requiem", die Urfassung des späteren vierten Satzes "Wie lieblich sind deine Wohnungen". Ende April liegen dann auch der erste und der zweite Satz vor. Brahms hat für sein Requiem einige Entwürfe verwendet, die kurz nach dem Tod des Freundes Robert Schumann 1847 entstanden waren. An der Fertigstellung der Partitur arbeitet er in den Sommermonaten des Jahres 1866 in Zürich und Baden-Baden; im Frühjahr 1868 fügte er dem in Wien (Dezember 1867) und Bremen (April 1868) bereits uraufgeführten Requiem noch einen neuen, den in der endgültigen Fassung fünften Satz an.

Brahms, der sich zeitlebens der musikalischen Tradition stark verpflichtet gefühlt hat, schuf mit dem Deutschen Requiem in formaler Hinsicht Neues: Er vertonte hier nicht etwa die deutsche Übertragung der lateinischen Totenmesse, sondern hat selbst aus ausgewählten Stellen der Heiligen Schrift eine Textvorlage für seine Komposition erstellt. In der Textwahl zeigt sich die persönliche Art der Annäherung des Komponisten an seine Aufgabe. Musikalische Momente knüpfen eine Verbindung zur großen protestantischen Kirchenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts, etwa die monumentalen Chorfugen oder die in homophonen Strukturen versteckten, oft kaum merkbaren inneren kontrapunktischen Bewegungen der Singstimmen. Auf Bachsches Vorbild gehen die gewaltigen Orgelpunktpassagen zurück.

Zusammengehalten wird der Zyklus durch die einheitliche Grundstimmung der ausgewählten Texte, die Aussage des ersten Chorsatzes (Trost) bildet gleichsam die Zusammenfassung der Hauptinhalte der folgenden Sätze: Geduld – Hoffnung – Freude – Trauer – Zuversicht – Erlösung.
Am 10. April 1868 wird das "Deutsche Requiem" mit 6 Sätzen im Bremer Dom unter der Leitung von Johannes Brahms uraufgeführt. Am 18. Februar 1869 erklingen dann erstmals 7 Sätze des "Deutschen Requiems" in Leipzig.

Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem die Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste und 1886 die Ehrenpräsidentschaft des Wiener Tonkünstlervereins. Er wurde Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Hamburg. Die Universitäten Cambridge und Breslau (1879) verliehen ihm die Ehrendoktorwürde.

Brahms war ein virtuoser Pianist. Zu diesem Instrument schrieb er zahlreiche Kompositionen wie zum Beispiel drei Klaviersonaten opus 1, 2 und 5, die Schumann-, Händel- und Paganini-Variationen und Spätwerke als Phantasien, Intermezzi und Ungarische Tänze.


Johannes Brahms starb am 3. April 1897 in Wien.

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Quellen: Österreichisches Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Österreich Werbung (offizielle Website)

Nähere Informationen erhalten Sie auch bei der Brahmsgesellschaft Baden-Baden e.V., Brahmshaus