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© Musikfreunde Isartal e.V. 2007

Johannes Brahms (1833-1897)
Ein Deutsches Requiem op. 45
für Sopran, Bass und vierstimmigen Chor

Piccolo, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, Kontrafagott (ad libitum); 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba; Pauken; Harfe (mindestens doppelt besetzt); Orgel (ad libitum); Streicher

Text: Nach Worten der Heiligen Schrift

Entstanden im Sommer 1866, Zürich und Baden-Baden (vorläufige Fertigstellung des Werkes) und 1868 (Satz V). Erste Aufführung des ganzen Werkes: 18. Februar 1869, Leipzig, Gewandhaus


I (Chor)
Selig sind, die da Leid tragen;
denn sie sollen getröstet werden.
Matth. 5, Vers 4

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen
und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.
Psalm 126, Vers 5 und 6


II (Chor)
Denn alles Fleisch es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen.
1. Petr. 1, Vers 24

So seid nun geduldig, lieben Brüder,
bis auf die Zukunft des Herrn.
Siehe, ein Ackermann wartet
auf die köstliche Frucht der Erde
und ist geduldig darüber,
bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen.
Jak. 5, Vers 7

Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit.
1. Petr. 1, Vers 25

Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen
und gen Zion kommen mit Jauchzen;
ewige Freude wird über ihrem Haupte sein;
Freude und Wonne werden sie ergreifen,
und Schmerz und Seufzen wird weg müssen.
Jes. 35, Vers 10


III (Baß, Chor)
Herr, lehre doch mich, daß ein Ende mit mir haben muß,
und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß.
Siehe, meine Tage sind einer Hand breit vor dir,
und mein Leben ist wie nichts vor dir.
Ach, wie gar nichts sind alle Menschen,
die doch so sicher leben.
Sie gehen daher wie ein Schemen,
und machen ihnen viel vergebliche Unruhe;
sie sammeln und wissen nicht wer es kriegen wird.
Nun Herr, wes soll ich mich trösten?
Ich hoffe auf dich.
Psalm 39, Vers 5-8

Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand,
und keine Qual rühret sie an.
Weisheit 3, Vers 1


IV (Chor)
Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlanget
und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;
die loben dich immerdar.
Psalm 84, Vers 2,3 und 5


V (Sopran, Chor)
Ihr habt nun Traurigkeit;
aber ich will euch wiedersehen,
und euer Herz soll sich freuen,
und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Joh. 16, Vers 22

Sehet mich an;
ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt,
und habe großen Trost funden.
Sirach 51, Vers 35

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jes. 66, Vers 13


VI (Bariton, Chor)
Denn wir haben hie keine bleibende Statt,
sondern die zukünftige suchen wir.
Hebr. 13, Vers 14

Siehe, ich sage euch ein Geheimnis:
Wir werden nicht alle entschlafen,
wir werden aber alle verwandelt werden;
und dasselbige plötzlich in einem Augenblick
zu der Zeit der letzten Posaune.
Denn es wird die Posaune schallen
und die Toten werden auferstehen unverweslich,
und wir werden verwandelt werden.
Dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben steht:
Der Tod ist verschlungen in den Sieg.
Tod, wo ist dein Stachel?
Hölle, wo ist dein Sieg?
1. Kor. 15, Vers 51-55

Herr,
du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft;
denn du hast alle Dinge erschaffen,
und durch deinen Willen haben sie das Wesen
und sind geschaffen.
Offenb. 4, Vers 11


VII (Chor)
Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an.
Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit;
denn ihre Werke folgen ihnen nach.
Offenb. 14, Vers 13