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© Musikfreunde Isartal e.V. 2007

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Termine 2010 (s.auch Kalender bzw. Probenplan)

 

35 Jahre Musikfreunde Isartal e.V. (Chronik)

 
Chorfahrt mit Konzert nach Schleswig Holstein (3.-6. Juni 2010)
 
Anfahrt:                                             Ausflug: Lübeck - 5-Seen-Fahrt - Schloß Plön
 
 
 
Orte:
 
 
Schloß Plön:
 
Herrenhäuser "Bredeneek" und "Rastorf"
 
 

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28.März: Passionskonzert
 

Die ergreifende Passionsdichtung Stabat Mater entstand um 1300. Ursprünglich ein Gebetsgedicht wurde Stabat Mater zunächst als Gregorianischer Choral, später auch in freien Vertonungen, schnell Bestandteil der Passionsliturgie und erhielt einen festen Platz als Sequenz und Hymnus zum Fest der sieben Schmerzen Mariae am Freitag vor der Karwoche.

Über den liturgischen Gebrauch hinaus bot Stabat Mater den Anreiz für viele Komponisten, dieses Gedicht in seiner Eindringlichkeit zu vertonen. Es entstanden zahlreiche virtuos-solistische Versionen wie die Komositionen von Vivaldi und Pergolesi. Andere Komponisten teilten den Text auf Solo- und Chorpassagen auf, wie dies Joseph Haydn und viele andere bedeutende Komponisten wie Rheinberger, Verdi, Dvorak, Poulenc taten.

Im Jahre 1767 komponierte Joseph Haydn sein Werk Stabat Mater, ein Jahr nachdem er die Kapellmeisterstelle der Esterházyschen Hofkapelle übernehmen konnte, und begründete damit seinen weithin angesehenen Ruf als Vokal-Komponist. Die Uraufführung fand vermutlich am Karfreitag desselben Jahres in Wien statt. Bald trat Haydns Stabat Mater von Wien aus seinen Siegeszug durch Europa an. Abschriften in zahlreichen Musik-Bibliotheken Europas bezeugen die außerordentliche Beliebtheit des Werkes.

Das Gedicht Stabat Mater, aus 10 Strophen bestehend, ist nicht eine Betrachtung der Leiden des Gekreuzigten, sondern das Miterleben des Leidens seiner Mutter. In den Strophen 1 - 4, die Haydn in den Nummern I - VI vertonte, werden die Leidensstationen der Mutter Maria dargestellt. In den folgenden Strophen 5 - 10, in den Nummern VII - XIIIb musikalisch umgesetzt, ändert sich die Sicht des dichterischen Betrachters; sie sind Bitten an die Mutter, teilhaben zu können an diesem Leiden, das der Erlösung und Rettung der Menschheit dient. Das Gedicht gipfelt in der Schlußstrophe in der Bitte um Aufnahme in das Paradies durch die Vermittlung der Mutter des Gekreuzigten.

In vierzehn Sätzen (I - XIIIb) hat Joseph Haydn das Gedicht „Stabat Mater sehr ausdrucksvoll in Musik umgesetzt. Kühne Harmonien und überraschende chromatische Abweichungen verstärken die Eindringlichkeit des Werkes. Durch Verwendung von Moll-Tonarten in vielen Sätzen, sowie durch den gezielten Einsatz von Englisch Hörnern wird die Wirkung schmerzlicher Empfindungen verstärkt. Dem ernsten Charakter entsprechend herrschen vorwiegend langsame Tempi vor, wobei Tempobezeichnungen wie „lachrymoso“ und „lento e mesto“ den traurigen Affekt besonders unterstreichen. Aufwühlend und im starken Kontrast dazu stehen die schnellen Tempi der Baßarien „Pro peccatis“ und Flammis orci“.

Der architektonische Aufbau wird durch den abwechselnden Einsatz von Solo- und Chorpartien bestimmt. Das Werk läßt sich in zwei Abschnitte unterteilen, in die Nummern I bis VII und VIII bis XIIIb, die in der Folge von Solo- und Chorstellen symmetrisch angeordnet sind. Das Zusammenwirken von Solostimme und Chor in den Beginn- und Schluß-Sätzen betont diese Symmetrie, die dem Werk eine Geschlossenheit verleiht und dem Kunstverständnis der damaligen Zeit sehr angelegen war.

Die Besetzung, bestehend aus Soloquartett, Chor, Streichorchester, Fagott und Oboen bzw. Englisch Hörnern, unterstreicht durch seine Klarheit die Eindringlichkeit dieses Werkes.

 

Stabat Mater

I
Stabat mater dolorosa              Es stand die Mutter voller Schmerzen
iuxta crucem lacrimosa,             neben dem Kreuz, tränenerfüllt,
dum pendebat filius.                  als ihr Sohn dort hing.
Cuius animam gementem,         Ihre Seele, seufzend,
contristatam et dolentem           von Trauer erfüllt und Schmerzen leidend,
pertransivit gladius.                   hat ein Schwert durchdrungen.
II
O quam tristis et afflicta                Oh, wie traurig und niedergeschlagen
fuit illa benedicta                          war jene hochgepriesene
Mater Unigeniti,                          Mutter des Einzig-Geborenen,
quae moerebat et dolebat           welche trauerte und litt
et tremebat, dum videbat             und zitterte, während sie sah
nati poenas inclyti.                        die Strafen des berühmten Sohnes.
III
Quis est homo, qui non fleret,              Wer ist der Mensch, der nicht weinte
Christi Matrem si videret;                      wenn er Christi Mutter sähe
in tanto supplicio?                                  in solcher Qual?
IV
Quis non posset contristari,              Wer müßte nicht mittrauern,
piam Matrem contemplari              Christi Mutter betrachten,
dolentem cum Filio?              wie Sie mit dem Sohn litt?
V
Pro peccatis suae gentis              Für die Sünden ihres Volkes
vidit Jesum in tormentis              sah sie Jesus in Folterqualen
et flagellis subditum.              und Geißelhieben unterworfen.
VI
Vidit suum dulcem Natum              Sie sah ihren süßen Sohn
moriendo desolatum,              im Sterben verlassen,
dum emisit spiritum.              bis er den Geist aufgab.
VII
Eia Mater, fons amoris,              Ach, Mutter, Quelle der Liebe,
me sentire vim doloris              daß ich die Gewalt des Schmerzes spüre,
fac, ut tecum lugeam.              das bewirke; damit ich mit dir trauere.
Fac, ut ardeat cor meum         Mach, daß mein Herz brennt
in amando Christum Deum,    in Liebe zu dem göttlichen Christus,
ut sibi conplaceam.                    damit ich ihm gefalle. Amen
VIII
Sancta Mater, istud agas Heilige Mutter, bewirke dies,
Crucifixi fige plagas des ans Kreuz gehefteten Qualen
cordi meo valide. hefte fest in mein Herz.
Tui Nati vulnerati,              Um deinen verwundeten Sohn,
tam dignati pro me pati,              der sich so gewürdigt hat, für mich zu leiden,
poenas mecum divide.              teile die Qualen mit mir.
IX
Fac me vere tecum flere              Mach mich wahrhaft mit dir weinen,
Crucifixo condolere,              mit dem Gekreuzigten mitleiden
donec ego vixero.                  Solange ich lebe.
Juxta crucem tecum stare              Neben dem Kreuz mit dir zu stehen
et me tibi sociare                  und mit dir mich zu vereinen
in planctu desidero.             im Schmerz, das begehre ich.
X
Virgo virginum praeclara,              Herrliche Jungfrau der Jungfrauen,
mihi iam non sis amara,              daß du mir doch nicht zur Bitternis wirst,
fac me tecum plangere.              mach mich mit dir klagen.
Fac, ut portem Christi mortem,              Mach, daß ich Christi Tod trage,
passionis fac consortem,              mach mich zum Gefährten des Leidensweges
et plagas recolere.                  und daß ich die geschlagenen Wunden pflege.
Fac me plagis vulnerari,              Mach, daß ich durch die Schläge verwundet,
cruce hac inebriari                  durch dieses Kreuz berauscht werde
ob amorem Filii.                      wegen meiner Liebe zum Sohne.
XI
Flammis orci ne succendar,              Damit ich nicht durch die Flammen des Orkus verbrenne, mach,
per te, virgo, fac, defendar              daß ich durch dich, Jungfrau, verteidigt werde,
in die iudicii.                                      am Tage des Gerichtes.
XII
Fac me cruce custodiri,              Mach, daß ich durch das Kreuz beschützt werde,
morte Christi praemuniri,              durch Christi Tod ummauert werde,
confoveri gratia.                          warm geborgen in der Gnade.
XIII
Quando corpus morietur,              Wenn der Leib sterben wird,
fac, ut animae donetur              mach, daß der Seele gegeben wird
Paradisi gloria.                      die Herrlichkeit des Paradieses. Amen